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Das Holzhaus und der Brandschutz

Holz ist ein erstklassiger ökologischer Baustoff mit bestechenden statischen Eigenschaften. Holz ist leicht, kann hohe Spannungen aufnehmen und ist nicht selbstdestruktiv. Dennoch ist für viele der Gedanke, in einem Haus aus Holz zu leben, unvorstellbar. Zu gross ist die Angst vor der vermeintlichen Brandgefahr. 2005 wurden im Fürstentum Liechtenstein neue Brandschutzvorschriften auf der Basis des Schweizer Regelwerkes erlassen, die auch den Bau mehrgeschossiger Holzhäuser mit bis zu sechs Geschossen erlauben. Im nachfolgenden Interview erklärt Manfred Gsteu, verantwortlicher Leiter für Baurecht und Brandschutz im Hochbauamt der FL-Landesverwaltung, warum dies alles unbegründete Ängste sind und räumt auf mit dem Märchen von den brandgefährdeten Holzhäusern. Anton Frommelt, Geschäftsführer der Xylo AG und Statiker, hingegen gibt einen Einblick in die statischen Fähigkeiten des Materials.

Herr Gsteu, was ändert sich durch das neue Gesetz für den Holzbau in Liechtenstein?

Manfred Gsteu

Verantwortlicher Leiter für Baurecht und Brandschutz im Hochbauamt der liechtensteinischen Landesverwaltung

Manfred Gsteu In Liechtenstein ändert sich mit den neuen Vorschriften nicht viel. Wir hatten dem Holzbau schon früher mit den Grundlagen des allgemeinen Brandschutzes aus dem Jahr 1996 keinen Riegel vorgeschoben, wie dies die ehemaligen Schweizer Vorschriften verlangten. Mit einem entsprechenden Brand-sicherheitsnachweis haben wir bereits vor 2005 mehrgeschossige Holzbauten zugelassen. Ansonsten hätte beispielsweise das Ärztehaus in Mauren als Dreigeschosser nicht gebaut werden können.

Es ist also fast schon eine Art Unterlassungssünde, dass man sich nicht schon früher an mehrgeschossige Holzhäuser gewagt hat?

Manfred Gsteu Nun, die rechtlichen Grundlagen bestanden. Die Bauherren verhielten sich bisher aber eher ablehnend gegenüber mehrgeschossigen Holzbauten. Holz wurde immer als ein zum Brand beitragendes Element gesehen. Viele Bauherren getrauen sich daher nicht, ein Holzhaus zu bauen.

Sind diese Befürchtungen berechtigt?

Manfred Gsteu Nein. Diese Ängste sind rein subjektiver Natur. Die wenigsten Leute wissen, dass richtig verbautes Holz schwer brennbar ist. Problematisch im Falle eines Brandes sind nicht die Holzwände, die Holztreppe oder das Parkett. «Brandbeschleuniger» sind die Vorhänge, Teppiche und Möbel, also die sogenannte mobile Brandbelastung. Am schlimmsten sind jedoch Bestandteile im und am Haus aus Kunststoff. Denn Kunststoffe verhalten sich im Brandfall äusserst ungünstig. Sie tropfen brennend ab und verströmen, je nach Material, sogar hochgiftige Dämpfe, die einem im Brandfall die Flucht verunmöglichen können.

Wer in einem Holzhaus lebt, lebt also nicht gefährlicher?

Manfred Gsteu Nein. Der Personenschutz ist in einem Holzhaus im Falle eines Brandes gewährleistet. Voraussetzung ist, dass das Haus nach Vorschrift gebaut wurde und die Fluchtwege korrekt ausgeführt werden. Diese Regel gilt jedoch für jeden Bau, egal aus welchem Material.

Ein Holzhaus ist also nicht brandgefährdeter als ein Haus aus Stein oder Stahl. Ist Holz aber auch wirklich stabil genug, um damit ein mehrere Stockwerke hohes Gebäude zu bauen?

Anton Frommelt

Geschäftsführer der Xylo AG und Statiker

Anton Frommelt Aber sicher! Von der Statik her ist Holz der ideale Baustoff. Holz ist sehr leicht im Verhältnis zur Tragfähigkeit. Ein Stück Holz von 1,5 Meter Spannweite und einem Eigengewicht von 150 Gramm kann einen Eisenträger von bis zu 300 Kilogramm tragen.

Gibt es auch Beispiele in der Praxis?

Anton Frommelt Ja. Ein schönes Liechtensteiner Beispiel ist der aus Holz konstruierte Schaaner Kirchturm. Dieser sitzt seit einem ganzen Jahrhundert in 50 Metern Höhe und ragt stolze 30 Meter in den Himmel. In all dieser Zeit musste er manchem Föhnsturm trotzen und steht nach wie vor unversehrt inmitten des Dorfes. Von der Statik her noch beeindruckendere Holzbauten finden sich aber im Ausland. So beispielsweise die Hamar Olympiahalle in Norwegen, die, versetzte man sie ins Vaduzer Städtle, sich vom Eingang des Regierungsgebäudes bis zum Kunstmuseum erstrecken würde. Oder die St. Mary’s Navan Credit Union Bank in Dublin, die zur Gänze aus Holz und Lehm gebaut wurde. Sie ist über fünf Stockwerke hoch.

Was muss der Statiker speziell beachten?

Anton Frommelt Bevor Holzbalken verbaut werden, werden sie von uns auf ihre Tragfähigkeit getestet. Ein astreiner, durchgehender Balken schneidet dabei nach wie vor am besten ab, ist aber auch entsprechend teuer. Nicht astreine Hölzer werden deshalb mehrfach verleimt. Somit erhält man zu einem akzeptablen Preis homogenisierte Hölzer, die ebenfalls über hervorragende statische Qualitäten verfügen. Einem stabilen und bezahlbaren mehrgeschossigen Holzbau steht heute also nichts mehr im Wege.